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Jorge Antunes: Ein neuer Diskurs, der das musikalische Schaffen beflügelt

Resumee

Die zeitgenössische Musik sucht verzweifelt die direkte Kommunikation mit dem heutigen Publikum. Die Mehrheit der Komponisten strebt offensichtlich nicht mehr danach, Botschaften an die Nachwelt zu richten ohne Hoffnung auf Antwort. Die Suche nach einer wirklichen Kommunikation mit dem Publikum ist logisch, folgerichtig, verständlich und notwendig. Für den Versuch, ein möglichst großes Publikum zu erreichen, gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Einige von ihnen sind reichlich platt und keiner Beachtung wert, da sie nur kommerzielle Absichten verfolgen. Andere jedoch, die nach wie vor von ästhetischem Wert sind und deren Strategien und Überzeugungen auf eine Humanisierung des musikalischen Diskurses abzielen, verdienen Aufmerksamkeit und eine vertiefte Analyse. Diese Wiederbelebung der Syntax und der Inhalte der musikalischen Konstruktion hat viele Komponisten veranlasst, einige Praktiken, die im 20. Jahrhundert aufgegeben wurden, wieder an die erste Stelle zu rücken: Die Intuition, die freie Erfindung und die Spontaneität. Auf diese Weise sind die Manifeste und die technischen Kommentare in den Programmheften zunehmend verschwunden, die großen Theorien, die dem Werk vorangestellt werden, gibt es nicht mehr. Eine neue Musik erscheint am Horizont, die den Machtanspruch der offiziellen europäischen Avantgarde und der Erben der boulezianischen Gehirnkunst bedroht.

 
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